Was für ein turbulentes Debüt des australischen Autors Steve Toltz. Immer hart an der Grenze zum Absurden jonglierend, lässt Toltz den Ich-Erzähler Jasper Dean die Geschichte seines Lebens erzählen. Vor allem lässt er ihn die Geschichten seines Vater Martin, genannt Marty, und dessen Bruder Terry erzählen. Während der Vater das Gute gewollt und das Böse geschaffen hat, überschreitet der Onkel die Grenze der Legalität und wird dafür geliebt.
Nach einer Katastrophe verlässt Martin Australien, schlägt sich durch die Welt, lernt Jaspers Mutter kennen und freundet sich mit dem zwielichtigen Eddie an. Eddie wird der kleinen Familie nicht mehr von der Seite weichen. Marty kehrt nach Jahren mit Jasper und irgendwie auch mit Eddie zurück in die Heimat. Die exzentrische Ader seines Alten macht es Jasper in all der Zeit schwer, Erwachsen zu werden.
Toltz’ Roman ist eine Familiengeschichte, aber das ist nur eine grobe Beschreibung. Viel mehr spielt der Autor mit philosophischen Ideen, der Dynamik von gesellschaftlichem Zusammenleben und dem Großen, Ganzen des Seins. Etwas Kunstgeschichte sowie (fehlgeleitete) Pädagogik gibt es obenauf. Die Bedeutungsschwere der Themen zerstreut der Autor mit Leichtigkeit. Skurrile Figuren und burlesk-komische Situationen binden das Nachdenkliche in einen großen Lesespaß ein. Bitte mehr von Ihnen, Mr. Toltz!
5 von 5 Punkten